Der amerikanische Traum. Für manche Leute ist das mehr als nur ein geflügeltes Wort. Einer davon ist Ibrahim Dinc. Es war nicht nur das Reisefieber, das ihn nach Amerika gebracht hat, sondern es ist quasi Teil seiner DNA. Der 47-Jährige wurde in der Türkei geboren und kam im Alter von elf Jahren nach Deutschland. Das war sozusagen seine erste große Reise, aber offensichtlich nicht seine letzte, und Deutschland würde auch nicht sein letztes Ziel sein.

Amerika in aller Munde

Er entschied sich selbst, mit Grenzebach zusammen nach Amerika zu ziehen, aber wie genau kam es dazu? Angefangen hat alles bereits 2006, als er nach seinem Abschluss als Industriemechaniker und dem anschließenden Fachabitur an der Universität studierte.

Ein Mitstudent und er unterhielten sich eines Tages ganz beiläufig über ihren Alltag, und dabei fiel der Name „Grenzebach“, weil dieser Kommilitone dort gerade sein duales Studium absolvierte. Ibrahim Dinc’s Interesse war geweckt. Ein solides, technisches Unternehmen? Das passte gut zu seiner Ausbildung und seinem Studium.

„Im Grunde war es Mund-zu-Mund-Propaganda, wie man so schön sagt.“

 

Ibrahim Dinc Senior Technical Sales Engineer

Und dann fiel das Wort, das den Ausschlag gab: "Amerika." Dieses große Land auf der anderen Seite des Ozeans. Das Land der unendlichen Möglichkeiten, aber auch das große Unbekannte, das ihn mit Aufregung und Neugierde erfüllte. Hier war er also: ein junger Mann, ambitioniert, reiselustig, und offen für die Welt. Und so ergriff er seine Chance: bewarb sich für ein Praktikum, wurde angenommen, und reiste kurz darauf für sechs Monate an den Grenzebach-Standort in Newnan, Georgia,  Eine komplett andere Welt.

Solar und doch so fern

Danach trennten sich seine Wege und die des Unternehmens, aber nicht für lange Zeit. Er beendete sein Studium und machte 2008 seinen Abschluss, und kurz darauf rief Grenzebach an und holte ihn zurück an Bord. Er begann überwiegend im Bereich der Solarenergie zu arbeiten, und zwar hauptsächlich zusammen mit einem großen amerikanischen Kunden - seinem Weg zurück in die Vereinigten Staaten.

Bei der täglichen Arbeit kümmert er sich um die Konzeptualisierung: Wenn der Kunde ein Problem hat, diskutieren sie Konzepte für mögliche Ansätze und einigen sich schlussendlich auf eine Lösung. Er ist im Grunde der Ansprechpartner für den gesamten Prozess vom Konzept bis zur Umsetzung und steht auch zur Verfügung, wenn z.B. Fragen auf der Baustelle auftreten.

Seit 2011 war er ein regelmäßiger Gast in Newnan. Vier bis fünf Mal im Jahr reiste er für vier bis sechs Wochen dorthin. Die folgende Entscheidung fiel ihm aus mehreren Gründen leicht: Er war ohnehin schon oft dort, hatte keine familiären Verpflichtungen in Deutschland, und dann war da natürlich noch der Reiz des Neuen, etwas völlig anderes als seinen Alltag in Deutschland zu erleben. 2017 hatten er und das Unternehmen schließlich die Entscheidung getroffen: Ibrahim Dinc würde nach Amerika ziehen. Nach einigen Jahren, in denen er seinen Aufenthalt immer wieder verlängerte, beschloss er schließlich, es offiziell zu machen und die Green Card zu beantragen.

Glückliche Fügungen

Zunächst aber stand der Umzug an - immer noch ein großer Schritt, der ihm schwer fiel, obwohl er das Land bereits kannte. Grenzebach bemühte sich, ihm den Start so leicht wie möglich zu machen: Die Rahmenbedingungen für den gesamten Umzugsprozess waren verhandelbar. Das sei wichtig, denn schließlich müsse das Verfahren an das private Leben der Menschen mit all ihren Verpflichtungen angepasst werden, sagt er; in seinem Fall sei das einfach gewesen, weil er keine großen Ansprüche hatte, ein Weltenbummler war, frei wie ein Vogel. Für die ersten acht Wochen erhielt er eine Unterkunft in einem der unternehmenseigenen Häuser. Diese stehen auch Praktikanten und generell all jenen zur Verfügung, die nach Newnan kommen und zunächst Schwierigkeiten

Ibrahim Dinc hatte auch hier wieder Glück: Ungefähr zu der Zeit, als er nach sich einem anderen Platz zu wohnen umsah, ging der Leiter der Niederlassung in Newnan in den Ruhestand und zog aus seinem Haus aus. Erneut ergriff Ibrahim Dinc die Chance, die ihm geboten wurde: Er mietete die Wohnung zusammen mit einem Kollegen aus Taiwan. Seitdem leben sie dort, und wechseln sich im Grunde alle paar Wochen ab, wenn der jeweils andere wieder auf Reisen ist.

Auf die Frage hin, was er an Amerika und seiner Arbeit bei Grenzebach Newnan mag, überlegt Ibrahim Dinc kurz und antwortet dann:  "Ich würde sagen, es geht darum, all diese unterschiedlichen Menschen aus verschiedenen Ländern zu treffen, die hier zwar alle fremd sind, aber alle gemeinsam diese gleiche Sprache sprechen und das gleiche Ziel verfolgen. Das verbindet einen."

Er hat noch immer Freunde aus seiner Zeit als Praktikant im Jahr 2006, und sein Job bringt ihn ohnehin mit vielen Nationalitäten zusammen. Und wenn er Heimweh hat, gibt es andere deutsche Kollegen vor Ort in Newnan, die immer zur Stelle sind, um zu helfen - oder nach der Arbeit ein Feierabendbier zu trinken. Seine Arbeit bringt ihn regelmäßig nach Deutschland zurück, so dass er mit seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen in Deutschland stets in Verbindung bleibt. „Für jemanden wie mich ist das genau die richtige Art zu leben.“ Und wer weiß, vielleicht ist er ja noch nicht am Ende seiner Reise angekommen.

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